Autor:
Jonas Haring
Datum: 03.06.2004
Die
Speicherzukunft
Ein
Interview mit Herrn Rüdiger von TwinMOS
Der
Speichermarkt ist in den letzen Jahren sehr lebhaft
geworden und natürlich geht die Entwicklung hier
rasant vor an. Unser Redakteur Jonas Haring hat sich
daher mit einen Mitarbeiter der Speicherfirma TwinMOS
unterhalten, wie es in dieser Branche weitergehen
wird und wie es beispielsweise mit DDR2 aussehen wird.
Wir
wünschen viel Spaß beim Lesen des Interviews!
TB:
Guten Tag Herr Rüdiger!
TB:
Wie lange ist TwinMOS schon im Hardwaresektor tätig?
Herr
Rüdiger: TwinMOS Technologies Inc.
wurde 1998 gegründet. Zuerst wurden DRAM-Module
produziert – später kam dann Flash-Speicher
und Ende 2003 auch eine WLAN Division hinzu.
TB:
In dieser Zeit hat sich TwinMOS vom ehemals reinen
Ramhersteller zum Hersteller von Speichersticks, Speicherkarten
und MP3 Player entwickelt. Seit einiger Zeit sind
sogar WLAN Artikel im Angebot. Was kommt als Nächstes?
Herr
Rüdiger: Wir versuchen natürlich
mit der Zeit zu gehen und werden in nächster
Zeit auch weitere Neuigkeiten präsentieren. Der
Red Rock MP3 Player z.B. ist hier nur der Anfang einer
ganzen Reihe von Neuerungen die uns in nächster
Zeit erwarten.
TB: Immer mehr Ram Hersteller versuchen,
im Overclocking-Sektor Fuss zu fassen, auch TwinMOS
spricht mit der Twister-Serie eher diese Zielgruppe
an. Ist in dieser Richtung von TwinMOS noch etwas
Neues zu erwarten?
Herr
Rüdiger: „Die schnellsten
Pferde im Stall ziehen gut“, so lautet ein Slogan
den wir auch gerne auf unsere Geschäftspolitik
übertragen. Jedoch liegt auf dem Overclocker-Markt
nicht unser Hauptaugenmerk. Ich kann Ihnen aber versichern,
dass wir nicht schlafen – DDR533 und evtl. auch
DDR550/600 wird in der nächsten Zeit zu erwarten
sein.
TB:
Einige Speicherriegel werden mit TSOP und WLCSP Chips
angeboten, wo liegen die Vorteile dieser beiden Fertigungstechniken?
Herr
Rüdiger: Die WLCSP Technologie
wird von uns in letzter Zeit auf den TwiSTER Modulen
eingesetzt. Die Vorteile der WLCSP liegen in der geringeren
Abwärme und in der kleineren Bauform.
TB: Auf der CeBIT war TwinMOS einer
der wenigen Hersteller mit einem funktionierenden
DDR2 System. Was sagen sie zu dieser neuen Technologie?
Herr Rüdiger: Der DDR2 Standard
muss sich erst noch durchsetzen. Jedoch stehen die
Zeichen gut, dass sich dieser Standard in den nächsten
1-2 Jahren etabliert und die Performance voll ausgenutzt
werden kann. Geringere Stromaufnahme und höhere
Bandbreiten lassen aber so Einiges erhoffen.
TB: Inwiefern mussten die Fertigungsprozesse
für DDR2 umgestellt werden?
Herr
Rüdiger: Da wir kein Chiphersteller,
sondern ein Module-House sind, sollten Sie diese Frage
besser an einen Chiphersteller wie z.B. Infineon wenden.
Wir passen unsere Produkte entsprechend den notwendigen
Spezifikationen an.
TB:
Würden Sie unseren Lesern empfehlen, auf DDR2
zu warten?
Herr
Rüdiger: Bis sich der DDR2 Standard
durchgesetzt hat wird noch einige Zeit ins Land gehen.
Hinzu kommt, dass DDR2 eine neue Technologie darstellt
und diese bringen bekannter Weise immer ihre Problemchen
mit sich. DDR1 ist mittlerweile ausgereift und etabliert
– zudem zeigen erste Benchmarks, dass sich die
Vorteile von DDR2 (größere Bandbreite,
geringere Stromaufnahme) im Moment noch nicht „lohnen“.
In der Zukunft räumen aber auch wir DDR2 einen
großen Stellenwert ein. Wenn die Chipsätze
ausgereift und die Systeme bereit sind, wird sich
DDR2 wie damals beim Wechsel von SDRAM zu DDRRAM vollziehen.
Auch im mobilen Sektor sehen wir für DDR2 aufgrund
seiner geringeren Stromaufnahme ein großes Potential.
TB:
Ab wann wird DDR2 von TwinMOS erhältlich sein?
Herr
Rüdiger: Die ersten Module sind
schon erhältlich – mittlerweile beschränken
sich aber verständlicher Weise nur die Mainboard
Hersteller auf geringe Bestellmengen, um den Einsatz
in ihren Mainboards zu testen. Wenn die Freigaben
für Chipsätze und CPUs da sind werden wir
also bereit sein.
TB:
Bei der Einführung von DDR1 waren die Preise
zuerst exorbitant hoch, vielen dann jedoch relativ
schnell, wird das bei DDR2 anders sein?
Herr
Rüdiger: Wie man momentan sehen
kann, gestaltet sich der Verlauf ähnlich wie
SDRAM -> DDR1 früher. Die momentanen Preise
sind noch sehr hoch – jedoch wird sich das aller
Vorraussicht nach geben, wenn der User einen Bedarf
für DDR2 anmeldet und jeder Hersteller seinen
„Fuß in die Türe“ bringen möchte.
TB:
Vielen Dank für das Interview