Die
Software und Inbetriebnahme
Zum Betrachten des TV Bildes ist eine spezielle Software
namens „Digital TV“ beigelegt in der Version
1.0.7, die auf dem ersten Blick Ähnlichkeiten
mit der Vision DTV Software von Twinhan aufweist.
Die grafische Oberfläche zeigt sich recht spartanisch
und im DVD Player Stil, ähnlich wie z.B. Power
DVD. Bedienelement und Videofenster sind voneinander
getrennt.
Im Bedienteil findet man wirklich nur die wichtigsten
Funktionen vor. So steht ein Button für den Kanalwechsel,
für die Lautstärke und für die Capturefunktion
zur Verfügung. Zudem ist eine Aufnahme-, Play-
und Stoptaste vorzufinden. Drückt man auf dem
Button mit einem Herzen, erscheint die Programmliste
mit allen gefundenen Programmen. Leider besteht hier
nicht die Möglichkeit, diese zu editieren. Es
können keine Sender entfernt, verschoben oder
umbenannt werden. Auffällig ist zudem, dass in
einigen Sendernamen merkwürdige Symbole vorhanden
sind, die keinen Sinn ergeben. Neben dem eigentlichen
Sendernamen ist hinter jedem auch noch eine Angabe
über die Anzahl der Tonspuren zu finden.
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Die
"Digital TV" Software. |
Für
den Sendersuchlauf müssen keine weiteren
Einstellungen vorgenommen werden. |
Die
Senderliste. Auffallend sind hier die merkwürdigen
Symbole zwischen den Sendernamen. |
Ebenso
spartanisch zeigt sich das Einstellungsmenü.
Hier findet man lediglich den Timer für die Aufnahme
und eine Einstellung wo Screenshots gespeichert werden
sollen. Vermisst haben wir Einstellmöglichkeiten
für die Feinabstimmung von Sendern und für
die Aufnahme, um beispielsweise die Tonqualität
und die Videoqualität zu optimieren.
Möchte
man nach einem neuen Sender suchen, drückt man
lediglich auf den Button Auto Scan und die Box sucht
automatisch neue Sender. Die Bandbreiteneinstellung
oder eine Regionsauswahl ist nicht nötig.
Neben einer Uhr wird auch die Empfangsstärke
des jeweiligen Senders anhand von Balken angezeigt.
Die Menüführung ist recht einfach und in
Englisch gehalten. Sicherlich sind die wenigen Einstellungsmöglichkeiten
für Einsteiger von Vorteil. So müssen diese
sich nicht mit professionellen Konfigurationen herumschlagen.
Dennoch hätten wir uns noch einiges mehr gewünscht.
Es ist z.B. auch nicht möglich das Videofenster
immer im Vordergrund zu halten und während der
Arbeit TV zu schauen. Außerdem ist schade, dass
TV-Programme oder Filme, die in 16:9 ausgestrahlt
werden, bei denen jedoch keine schwarzen Balken mit
gesendet werden, nicht als 16:9 Programme von der
Software erkannt werden. Das Bild wird dann im Vollbildmodus
auseinander gezogen.
Hier
muss auf jeden Fall nachgebessert werden. Über
die Oberfläche bzw. über das Software Design
kann man sich streiten. Uns vermittelte das Design
einen etwas primitiven Eindruck.
Zusammenfassend
kann man sagen, dass die Software zwar leicht zu konfigurieren
und zu bedienen ist, allerdings viele Lücken
im Funktionsumfang aufweist und unbedingt überarbeitet
werden sollte! Weiteres zur Stabilität ist unter
dem Punkt „Praxistest“ zu finden.
Als
sehr leicht hat sich die Installation der Software
und der Treiber erwiesen. Wir installierten das Gerät
an zwei verschiedenen Systemen. Zum einen auf einem
modernen Windows XP Rechner mit genügend Leistung
und an einem Windows 2000 Notebook mit 1,1 GHz Intel
Celeron CPU.
Auf beiden Rechnern verlief die Installation schnell
und problemlos. Bevor man die Box an den Computer
anschließt, muss die TV Software und anschließend
der Treiber von CD installiert werden. Außerdem
sollte man darauf achten, dass sich DirectX9b auf
dem Rechner befindet.
Ist die Installation abgeschlossen, wird das Gerät
in den USB-Port gesteckt. Nun findet Windows ein neues
Gerät und kopiert die dafür nötigen
Treiber.
Die Box ist dann nach einem Neustart sofort einsatzbereit.
Hinweis:
Während unserer Testzeit erschien eine neue Treiberversion
zu der Box (Ver. 1.0.8), mit der wir auch die Box
getestet haben. Natürlich wurde zuvor die Box
auch mit dem ersten Treiber getestet (Ver. 1.0.7).
Im Praxistest beschreiben wir immer zunächst
die Leistung mit dem neuen Treiber. Sollte sich diese
vom alten unterscheiden, wird es erwähnt.
Praxistest
Nach der langen Theorie gelangen wir nun zum Punkt
Test. Wir haben, wie schon oben erwähnt, die
Box mit einem Windows XP Rechner und mit einem Windows
2000 Notebook in Augenschein genommen. Der DVB-T Empfang
ist in unserem Testgebiet sehr gut ausgebaut, da wir
uns in Berlin befinden und der Ausbau der Technik
weitestgehend abgeschlossen ist.
Positiv
verlief die schon oben angesprochene Inbetriebnahme
der Box. Hierbei gab es auf beiden Geräten keinerlei
Probleme.
Zunächst starteten wir den Sendersuchlauf mit
der kleinen Stabantenne. Hier fand die Box insgesamt
22 Sender. Der Empfang war bei allen in Ordnung und
lag immer bei 80 bis 90 Prozent Empfangsstärke.
Die Bildqualität und Bildschärfe kann mit
dem neuen Treiber überzeugen und ist als gut
zu bezeichnen. Vor allem bei Sendern mit einer hohen
Bandbreite (beispielsweise 3sat und ZDF). Nur gelegentlich
kam es zu Rucklern, die jedoch meist auf schlechtem
Empfang zurückzuführen sind. Es ist aber
festzustellen, das die Box schneller zu einer Artefaktbildung
neigt, als beispielsweise die Hauppauge Nova-t DVB-T
PCI-Karte, sonst wäre die Bildqualität fast
mit dieser Karte gleichzustellen. Außerdem ist
das Fernsehbild bei der Artec Box viel heller, als
bei Hauppauge.
Zuvor testeten wir natürlich auch noch den mitgelieferten
Treiber (Ver. 1.0.7). Hier konnte das Bild leider
nicht so gut überzeugen. Es war deutlich unschärfer
und die Artefaktbildung war höher.
Bei
der Tonqualität gibt es keine Beanstandungen
und ist mit der anderer DVB-T Produkte gleichzustellen.
Der Ton war in fast allen Fällen synchron zum
laufenden Bild. Nur gelegentlich kam es nach Bildaussetzern
zu kleinen Verschiebungen an unseren Windows XP Testsystem.
Sehr
gespannt waren wir auf dem Betrieb im fahrenden Auto.
Für den Test verließen wir Berlin in Richtung
Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg) und beendeten
die Testfahrt in der Ortschaft Mahlow. Wir bewegten
uns also in einem Gebiet, in dem der Empfang schwächer
war, als in Berlin.
Während der Fahrt ließen wir die Box an
einem Acer Notebook mit installiertem Windows 2000
durchgehend laufen und wechselten gelegentlich die
Sender.
Hierbei konnte die Box sehr überzeugen. Nur gelegentlich
kam es zu kleinen Bildaussetzern. Selbst bei Geschwindigkeiten
um die 80 Km/h gab es kaum Störungen. Doch waren
einige TV Sender an unserm Notebook sehr pixelig,
was am PC nicht der Fall war. Das führen wir
auf die schlechte Grafikkarte im Notebook zurück
(Intel Chip mit 64 MB shared memory).
Nach
dem Test mit der kleinen Antenne führten wir
diesen auch mit einer großen Stabantenne durch,
jedoch nur am festen Standort in Berlin und nicht
während der Autofahrt. Hier konnten wir zwei
Sender mehr empfangen. Das Fernsehbild war auch gut
bei gleicher Empfangsstärke. Allerdings lief
das Bild stabiler, ohne Aussetzer. Auch bei geringem
Empfang lief das Bild noch stabil.
Die Pixelbildung ließ außerdem etwas nach.
Auffällig ist jedoch, dass mit der alten Treiberversion
schwache, vertikale Streifen im Bild zu sehen sind,
die sich auch durch wechseln des Systems oder der
Antenne nicht beheben ließen. Sie sind zwar
kaum wahrnehmbar und nicht bei jedem Sender gleich
stark vorhanden, aber beim genaueren Hinsehen jedoch
erkennbar. Erst nach dem Aufspielen der aktuellen
Treiberversion, konnten wir dieses Problem beheben.
Die
Aufnahmefunktion hat ohne Probleme geklappt, ebenso
die Timerfunktion. Die Bildqualität der Videodatei
kann überzeugen und liefert im Windows Media
Player sogar ein etwas besseres Bild, als das laufende
Programm.
Ein
sehr heikler Punkt bei DVB-T Geräten ist die
Softwarestabilität, die bei vielen Produkten
zu wünschen übrig lässt. Jedoch lief
die Artec Software erstaunlich stabil und wir konnten
in der gesamten Testzeit keine Abstürze verzeichnen.
Auch nicht üblich für DVB-T sind schnelle
Senderwechsel. Oft dauern diese länger als 2/
3 Sekunden. Artec beweist, dass es auch noch schneller
geht. Das Wechseln geht in weniger als 1 Sekunde von
statten.
Fassen
wir kurz noch mal zusammen: Der Empfang der kleinen
Box ist recht stark. Man bekommt eigentlich fast alle
Sender ruckelfrei rein und das sogar mit der Miniantenne.
Das Bild ist mittelmäßig bis gut, mit der
alten Treiberversion unscharf und weist des Öfteren
grobe Pixelbildungen auf. Jedoch ließ sich eben
die Pixelbildung und Schärfe mit dem neuen Treiber
auf ein gutes Maß verbessern!
Positiv hat uns der Test während einer Autofahrt
überrascht. Hier gab es keinerlei Probleme. Zudem
läuft die Software sehr stabil und der Senderwechsel
ist angenehm schnell.