Autor:
panni
Testdatum: 09.11.2004
i, i, i was pod ich da?
Test:
MP3-Player - Rio Carbon
Der Trend der mit immer mehr Speicher ausgestatteten, portablen MP3-Player schreitet fort. Wo vor einigen Jahren noch der teure aber hochwertige Apple iPod den Markt ohne Konkurrenz in Komfort, Design und Kapazität dominierte, ist heute von Multimediaplayern mit Farbdisplay bis zu 20GByte Aldi/Norma-Angeboten alles zu haben.
Ein Pionier des portablen Audiogeschäfts stellt die in Santa Clara ansässige Firma Rio Audio dar. Bereits 1998 präsentierte sie den Rio 300, welcher als erster portabler MP3-Player in die Geschichte einging.
Heute haben wir eins der aktuellsten Modelle des Herstellers
im Test - den inzwischen in Deutschland erhältlichen
Rio Carbon. Er soll aufgrund seiner Konzeption dem
iPod mini Paroli bieten, der momentan als kleinster
Festplattenplayer den Markt anführt.
Ein
Dankeschön geht an dieser Stelle an den
Hersteller
selbst, der uns das Produkt zu Verfügung stellen
konnte, sowie natürlich dessen Marketingagentur
Stautner
& Stautner PR.
Ausstattung/Lieferumfang
Im Lieferumfang des in einer Blisterverpackung gelieferten
Carbon liegt zunächst eine bemerkenswert ausführliche
Bedienungsanleitung bei. Außer dem Player selbst
ist noch ein Travelling-Bag aus Kunstleder, ein Paar
etwas "minderwertig" anmutende Ohrhörer,
sowie eine spezielle USB-Kabel/Netzstecker Kombination,
auf die wir später noch etwas eingehen werden.
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Die Verpackung. |
Der Lieferumfang. |
Hier
alle Ausstattungsdaten auf einen
Blick:
- 5GB (5.000.000.000Bytes) Speicherplatz mit bis zu 2500 songs (bei 128kbps MP3, 64kbps WMA)
- eingebautes Mikrofon für Sprachaufnahme
- einfaches Drag & Drop von Musik und Dateien
- wiederaufladbare Batterie, bis zu 20Stunden Lebensdauer
- USB2.0 Verbindung
- Aufladen des Carbon über USB- oder Stromkabel
- spielt Musikdateien im MP3, WMA oder Audible® Format ab
Der Player im Detail
Auffallend ist die aus der Reihe tanzende, abgerundete Form des Carbon, welche sich vom Standardviereck abhebt. Passend zum Namen besitzt er ein Metallisch anmutendes Äußeres mit einer Randgummierung gegen Verrutschen. Mit ca. 91g ist er angenehm leicht und liegt aufgrund seiner Form gut in der Hand.
Er besitzt, unter dem mit ca. 3*2cm Größe
(B*T) etwas klein geratenen Display, eine Steuerkonsole
mit Play/Pause, Stop, Vorwärts/Rückwärts
und mittigem Auswahlknopf. Diese kann je nach Situation
mit den eben beschriebenen Funktionen genutzt werden,
oder aber im Menü als Steuerung.
Seitlich an der oberen Kante
befindet sich ein Rädchen, welches gleichzeitig als Lautstärkeregler, sowie Menü-Scroller und Auswahlbutton benutzt werden kann. Nebenliegend befinden sich Kopfhörer- und USB-Anschluss, sowie der An- und Ausschalter.
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| Uns gefällt das rundliche Design - Geschmackssache. |
Die Rückseite des Carbon. |
Hier die gut untergebrachten Anschlussfunktionen, sowie Hauptsteuerungen. |
Die Knöpfe drücken sich allesamt recht angenehm, nur das Scroll-/Lautstärkerad wirkt ein wenig "billig" und auch der Druckpunkt von dessen Knopffunktion ist nicht optimal.
Etwas besonderes hat sich Rio bei der Kabelage einfallen lassen: der Carbon verfügt über nur ein Hauptkabel, welches im Grunde ein doppelseitiges USB-Kabel darstellt. Dieses wird entweder per mitgeliefertem Adapter an den Rio sowie den PC direkt angeschlossen, kann dann als Datenleitung dienen und liefert ihm gleichzeitig Strom für den Akku, oder man steckt die eine Seite des Kabels in das spezielle Netzteil, welches dann konventionell Strom über das Haus-Stromnetz liefern kann.
Der Player in der Praxis
Beim Anschalten des Minis zeigt sich die gute bis sehr gute Kontrastwirkung des Monochromdisplays - gleichzeitig leuchten Rio-Logo und Teile der Funktionstasten in einem von der iPod-Serie bekannten Rotton auf, was fotografisch schwer einzufangen war.
Die Menüführung ist recht spartanisch aber intuitiv und ist vor allem als Rechtshänder optimal, da mit dem Daumen das Scrollrad bedient werden kann. Bekannte Einstellungsmöglichkeiten, wie u.A. Kontrast, einen ausführlichen Equalizer, Sprachen (hier Englisch/Französisch) und eine Stoppuhr besitzt der Carbon in der uns vorliegenden Version, in der allerdings auch die Menüführung Englisch ist - anders als in der deutschen Verkaufsversion.
Vorbildlich und sehr überzeugend ist die mitgelieferte optionale Software, die das Datenmanagement des Gerätes möglich macht. "Warum nur optional?" werden sich einige von Ihnen fragen, hier stellt sich ein weiteres schwerwiegendes Gimmick des Produkts von Rio dar: die Drag & Drop Funktion.
Der Carbon wird nach dem Einstecken des USB Kabels
als Massenspeichergerät von allen Windows Versionen
über 98 (hierfür sind Treiber beziehbar)
ohne extra Treiber erkannt und schon können ganze
Ordnerbäume, M3U Playlisten und Audiodateien
auf dessen Festplatte "gezogen" werden.
Nach dem Abziehen und Wiederanschalten scannt er selbständig
bei Abweichung seine Ordnerstruktur neu ein und zeigte
bis jetzt alle getesteten Dateinamen und Songnamen
zuverlässig an. Die Datenübertragungsrate
ist wie gewohnt über USB2.0 ordentlich.
Leider ist der Sound durch die mitgelieferten Kopfhörer nur befriedigend.
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Der
Player in Aktion. |
Hier
ist, leider etwas unscharf, zu erkennen, wie
das Display und die Bedientasten leuchten. |
Die
optionale Software. |
Fazit
Der Rio Carbon stellt für den iPod mini eine
ernstzunehmende Konkurrenz dar. Er kann jedoch in
Sachen Qualität nicht 100%ig überzeugen,
da das Scrollrad und die Kopfhörer etwas minderwertig
wirken.
Der Sound ist befriedigend und kann durch bessere
Ohrhörer stark aufgewertet werden. Aufgrund seiner
bemerkenswerten Kompaktheit ist das Display angemessen
klein, besitzt jedoch gute Kontrastwerte und ist klar
ablesbar.
Vorbildlich sind die Drag & Drop Funktion, die
intuitive Software, das schicke Design, das geringe
Gewicht und die lange Akkulaufzeit von 20Stunden.
Mit 5GB Speicherplatz kann der Player gut und gern
auch mal als Datentransporteur verwendet werden, die
Kabel-/Ladelösungen haben uns gefallen.
Für 250€ eine echte Alternative zum iPod
mini!