Autor:
Marcel
Reichelt
Testdatum: 15.04.2004
Überall
Fernsehen fürs Notebook oder den PC
Test: TwinHan Vision Plus USB-Ter
Fernsehen
ist schon eine feine Sache. Man erhält alle wichtigen
Informationen unkompliziert auf sein TV Gerät
und kann sich seine Lieblingsserien auf Videokassetten
oder DVDs aufnehmen.
Neben dem Radio ist der Fernseher eines der wichtigsten
Unterhaltungsgeräte was es so auf dem Markt gibt
und gehört mittlerweile zum Lebensstandard. Doch
wie eigentlich so ziemlich alles übernimmt auch
der PC immer mehr die Funktionen eines Fernsehers,
egal ob man stolzer Besitzer einer Sat-Schüssel
ist oder über den normalen Kabelanschluss sein
Signal bezieht.
Problem dieser ganzen Sache ist allerdings, dass man
immer am Kabel gebunden ist. Wäre es nicht schön
mit dem Notebook im Garten zu sitzen und sich seine
Nachrichten anzuschauen und das ohne erst meterlange
Kabel zu verlegen? Zwar gibt es da schon eine lang
bewerte Methode, nämlich der analoge TV-Empfang
über Antenne, doch in vielen Ballungsgebieten
wurde der Sendebetrieb über Antenne schon eingestellt
und der Empfang lässt eher zu wünschen übrig.
Abhilfe soll da das neue Digitalfernsehen per Antenne
- DVB-T - bieten. Digitales Bild und Ton in einer
super Qualität und das nur mit einer kleinen
Antenne – so heißt es in vielen „Überallfernsehen“
Broschüren, wie sich das neue digitale Fernsehen
schimpft.
Die Menschen scheinen die neue Technik zu mögen
und die Nachfrage nach guten Geräten steigt stetig.
TwinHan, ein taiwanscher Hersteller für PC Zubehör,
bietet seit einiger Zeit eine kleine USB Box an, mit
der man ohne zusätzlicher Stromversorgung digitales
Fernsehen per Antenne empfangen kann. Es handelt sich
hierbei um eine der ersten externen USB Boxen, die
ohne Strom auskommen. Doch kann man damit wirklich
überall in den TV Genuss kommen?
Wir haben uns die kleine Box mal etwas genauer angeschaut
und ausgiebig getestet.
Zunächst
möchte ich mich ganz herzlich bei Enmic
Deutschland bedanken, die uns das Gerät für
einen Test zur Verfügung gestellt haben. Vielen
Dank dafür!
DVB-T
- Was ist das?
Bevor wir zum eigentlichen Test kommen, möchte
ich kurz erläutern, was das neue DVB-T überhaupt
ist und wie es funktioniert.
Bei DVB-T handelt sich weder um einen Sportverein,
noch um eine neue Fernsehserie. DVB-T nennt sich die
neue Übertragungstechnik für digitales Fernsehen.
Ausgeschrieben bedeutet die Abkürzung „Digital
Video Broadcasting Terrestic“.
Bis jetzt ist es möglich, über die gewöhnliche
Hausantenne oder einer kleinen Stabantenne, bis ca.
25 Sender zu empfangen. Zudem stehen auch weitere
Dienste wie viele Guides oder EPG, eine Art moderner
Videotext, zur Verfügung. Um DVB-T empfangen
zu können, benötigt man eine spezielle TV
Karte für den Computer oder eine Set-Top-Box
für den Fernseher.
Leider kann man nur in bestimmten Ballungsgebieten
das neue Fernsehen empfangen. Als erstes Gebiet für
den Testbetrieb wurde Berlin gewählt. Allerdings
wurde die Testphase schon seit letztem Jahr beendet.
Weitere große Städte ziehen natürlich
nach. Aktuelle Informationen über den Stand der
Entwicklungen findet man z.B. auf www.digital-fernsehen.de
oder klickt auf die untere Karte.
Bis Ende 2010 werden alle Gebiete bzw. Bundesländer
über die neue Technik verfügen. Dann soll
es auch möglich sein, alle gewöhnlichen
TV-Sender zu empfangen, die man auch im Kabel sehen
kann (also 20 bis 30 Sender). Nachteil der neuen Technik
ist, dass Leute, die immer noch über eine normale
Hausantenne ihr Bild empfangen, nur noch sehr wenige
Sender sehen können. Alle privaten Sender haben
ihren Betrieb für analoges Fernsehen abgeschaltet,
da die freien Frequenzen für die Digitalübertragung
genutzt werden.
Das Bild bei DVB-T wird im MPEG 2 Format übertragen.
Die Daten werden in gleichgroßen Datenpaketen
gesendet, im so genannten „Container-Konzept“.
Da das Frequenzspektrum begrenzt ist, werden die Signale
komprimiert bzw. die Qualität der Sender verringert.
So kann die Datenrate zwischen 2MBit/s und maximal
15 MBit/s liegen. Der große Vorteil gegenüber
dem analogen Fernsehen ist natürlich das sehr
gute und auch
störungsfreie
Bild. Damit sowenig Störungen wie nur möglich
beim Fernsehen entstehen, hat man das COFDM-Verfahren
(Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) eingeführt.
Dieses Verfahren ist eine Art Fehlerkorrektur. Durch
ein Rechenverfahren im Empfänger (also Set-Top-Box
etc.) werden Fehler korrigiert und man erhält
ein klares Bild.
Bald wird es auch möglich sein, auf mobilen Geräten
DVB-T zu empfangen, z.B. auf einem Handy oder einem
PDA. Allerdings schimpft sich dann die Technik DVB-H.
Das H steht hier für "Handhelds". Die
Qualität ist natürlich den kleinen Displays
angepasst, womit die Auflösung bei lediglich
maximal 360 x 288 Pixel liegen wird.
Ich denke, dass sich DVB-T oder DVB-H weiter durchsetzen
wird. Das neue Erlebnis des digitalen Fernsehens bietet
im Gegensatz zu der alten analogen Antenne und auch
dem Kabelfernsehen viele Vorteile. Zudem ist die Nutzung
der neuen Technik völlig kostenlos. Lediglich
die normalen Rundfunkgebühren müssen bezahlt
werden.
Links
zum Thema:
www.digital-fernsehen.de
www.tv-plattform.de
www.ueberall-tv.de
Auf den
folgenden Seiten gehen wir auf die VisionDTV Box ein.