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> Artikel > Hardwaretest > Gehäuse & Zubehör > Gehäuse Seite 4/4

Belüftung & Kühlung
Es liegt klar auf der Hand, dass man bei solch kleinen Gehäusen keine Kühlwunder verlangen kann. Hinter der Front befindet sich ein 120mm Lüfter, der frische Luft in das Gehäuse hinein bläst. So werden gleichzeitig die montierten Festplatten gekühlt.
Ein zweiter 120mm Lüfter ist im oberen Bereich des Gehäuses an einer Halterung montiert. Das Besondere daran ist, dass der Lüfter nicht an der Rückseite sitzt, sondern parallel zur rechten Seitenwand. Er saugt die erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse raus und kühlt somit gleichzeitig die Erweiterungskarten. Besteht kein Bedarf für diesen Lüfter, kann er samt Rahmen abmontiert werden.
Auch das Netzteil transportiert die erwärmte Luft aus dem Inneren nach außen. U.a. kann es auch den CPU Lüfter ersetzen, wie schon beschrieben

Etwas negativ sind uns die Daumenschrauben im und am Gehäuse aufgefallen. Sie wurden von LianLi so festgezogen, dass man die meisten nur mit einem Schraubendreher lösen konnte, was eigentlich nicht Sinn dieser Schrauben ist. Die linke Fingerschraube des Frontlüfters ist auch noch so platziert, dass man nicht mit jedem Schraubendreher, bedingt durch Platzmangel, die Schraube lösen kann.

Die Lüfter lassen sich aus dem Gehäuse ausbauen und so gut reinigen.
In der rechten Seitentür wurden spezielle Belüftungsgitter eingelassen.

Zusätzlich kann durch das Lochdesign sehr viel frische Luft in das Gehäuse eindringen und auch wieder nach außen entweichen. Gerade für kleine Gehäuse ist eine gute Belüftung wichtig, da der Raum, in dem sich die Luft verteilen kann recht klein ist.
Die verbauten Lüfter drehen im Betrieb leise. Zwar sind sie keine Geräuschwunder, aber die Lautstärke ist vollkommen erträglich. Die zwei Fans werden direkt an das Netzteil per 4Pin Stecker angeschlossen.

Dieser Lüfter soll die Erweiterungskarten kühlen und die warme Luft aus dem Gehäuse befördern.
Der Lüfter lässt sich samt Rahmen abschrauben.
Die beiden Thumbscrews dienen zum Entfernen der Lüfterhalterung.

Design und Verarbeitung
In Sachen Design und Verarbeitung ist und bleibt LianLi im Aluminiumgehäuse-Segment Spitzenreiter. Die Wahl der Materialien ist einfach perfekt. Das Aluminium gibt dem Gehäuse eine gute Wärmeleitfähigkeit und sieht zudem noch schick aus. Ebenso wirkt es sich positiv auf das Gwicht aus - mit nur 5,2 Kg ist das V600 ein Fliegengewicht.
Auch der Innenraum ist exzellent verarbeitet. Wie schon im vorderen Teil des Tests berichtet, sind alle Kanten abgerundet, womit die Verletzungsgefahr minimiert wird. Das leicht glänzende Alu sieht zudem sehr schick aus.
Einzig etwas schade finden wir die Kunststoffknöpfe an der Front des Gehäuses. Die Metallvariante gab dem Gehäuse noch ein kleines, aber gewisses Extra.

Das V1000 Gehäuse...
und der kleine Bruder: Das Design ist einfach schick.

Von der Verarbeitung zum Design. Wem die restliche V Serie gefällt sollte auch mit dem V600 zufrieden sein. Es unterscheidet sich optisch kaum von den größeren Versionen und das ist auch gut so. Das Design ist sehr schlicht und wirkt dadurch edel. Auch wenn der G5 Look durch die Größe etwas gedämpft wird, ist eine leichte Anlehnung sichtbar. Das Lochdesign an der Front- und Rückseite lockert das schlichte Aussehen etwas auf.
Was evtl. nicht jedem zusagen wird ist die, im Vergleich zur Höhe, enorme Tiefe. Dadurch stimmen die Proportionen nicht mehr. Das ist auch Geschmackssache – ansonsten ein schickes und perfekt verarbeitetes Gehäuse.

Praxis
Neben der Theorie geht’s nun zur Praxis. Zunächst muss der Hardwareeinbau durchgeführt werden. Schade ist, dass LianLi immer noch nicht auf eine werkzeuglose Montage zurückgegriffen hat. Laufwerke (Brenner, DVD etc.) müssen immer noch mit den üblichen Schrauben befestigt werden.
Löblich dafür die Montage der Festplatte. Hier werden kleine Schrauben mit einem besonders großen Kopf in die Festplatte gedreht. Anschließend wird die Platte einfach in den HDD-Käfig geschoben und zwei Schieber nach unten gedrückt – fertig ist die Festplattenmontage ohne Werkzeug.

Bevor man eine Festplatte in den Käfig setzen kann, müssen vier spezielle Schrauben an die HDD angebracht werden.
Die Schrauben finden in diesen Kunststoffschienen ihren Halt.
Das Reinschieben der Platten ist ein echtes Kinderspiel.
Nach dem Hineinschieben muss ein Schieber noch betätigt werden, der ein Herausrutschen der Platten verhindert.
--

Die Montage des Mainboards verlief ohne Probleme. Einzig die Suche nach einen geeigneten CPU Kühler kann schon mal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, damit er auch in das Gehäuse passt. Er sollte eine maximale Höhe von 8 cm haben.

Die Kühleigenschaften haben sich in der Praxis als gut herausgestellt. Das Mainboard samt Erweiterungskarten waren schön kühl. Der Prozessor wurde nur leicht wärmer als im größeren Gehäuse. Verwendet man zu leistungsstarke Komponenten, kann es aber leicht zu einer Überhitzung im Innern kommen. Daher sollte darauf geachtet werden, dass das Netzteil und die anderen Lüfter gut Luft ansaugen und wegtransportieren können.

Fazit
Kommt das V600 an die Wertung des V1000 ran? Wir denken fast – Lian Li zeigt mit dem V600 ein gutes Gesamtkonzept. Die Verarbeitung sowie das Design sind mal wieder top! Hier gibt es überhaupt nichts zu bemängeln und das rechtfertigt auch den etwas hohen Preis von 129 Euro. Das sehr edle Design sollte auf jeden Fall ein Hingucker sein, egal ob auf einer Lan-Party oder daheim im Zimmer.
Obwohl das Gehäuse recht klein scheint, bietet es ausreichend Platz im Innern, was sicherlich auch der Tiefe zu verdanken ist.
Das Kühlkonzept zeigte sich im Praxistest als durchaus gut. Die Temperaturen waren nicht viel höher als in einem normalen Gehäuse. Auch die montierten Lüfter drehen zum Glück recht leise, dass man sich nicht zwingend neue kaufen muss.

Schade ist hingegen, dass LianLi komplett darauf verzichtet, wenigstens eine CD-Frontblende beizulegen. Wer eine solche Blende haben möchte, muss dann nochmals unnötig Geld ausgeben.
Auch das Problem, dass nur kleinere CPU-Kühler eingebaut werden können, schränkt die Flexibilität ein und sollte beim Kauf berücksichtigt werden.

Jeder, der einen kleinen und leichten Midi-Tower sucht und die 130 Euro übrig hat, sollte das LianLi PC-V600 in die engere Auswahl nehmen. Dafür bekommt er ein Top Design gepaart mit einer hervorragenden Verarbeitung.

  Testergebnis
Kriterien Punkte*
Lieferumfang: 8,0 /10
Verarbeitung: 10 /10
Ausstattung: 9,0 /10
Benutzerfreundlichkeit: 8,0 /10
Preis: 7,0 /10

 

  Pro & Kontra
+ sehr gute Verarbeitung - höhe des CPU Kühlers muss beachtet werden
+ hochwertige Materialien - keine Laufwerkblenden mitgeliefert
+ schickes Design  
+ gute Kühlmöglichkeiten für die geringe Größe  

  Informationen
Preis: ca. 130 Euro
Hersteller: LianLi
Internetseite: www.lianli.com

 

 

 

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